Detox – Mit Entgiftung zum Markterfolg

bergblut

Detox-Kuren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Der Körper soll dabei von „Giften und anderen Schadstoffen“ befreit werden, was sowohl die Gesundheit als auch das eigene Wohlbefinden aufwerten soll. Doch was ist dran am Detox-Trend und worum handelt es sich dabei eigentlich genau?

//. Detox im Überblick

Der Begriff „Detox“ leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet soviel wie Entgiften. Die Theorie dahinter besagt, dass unser Körper sich jeden Tag durch ungesunde Ernährung sowie die Belastung der Umwelt mit Giften und Schadstoffen vollsaugt. Eine Detox-Kur soll dabei helfen, genau jene Gifte wieder zu entfernen.

Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Ansätze. Einige verlassen sich auf frisches Obst und Gemüse und konzentrieren sich vornehmlich auf Rohkost. Mittlerweile gibt es aber auch schon eine große Auswahl an fertigen Produkten, darunter vor allem Smoothies. Neben den Lebensmitteln selbst spielen aber auch die Essensgewohnheiten eine große Rolle. So empfiehlt die Detox-Methode zum Beispiel, jeden Tag bis zu sechs Mahlzeiten zu sich zu nehmen, dabei aber die Portionsgröße möglichst gering zu halten. „Ungesunde Produkte“ wie Fertiggerichte oder Fast Food finden bei Detox überhaupt keinen Platz.

//. Funktioniert Detox überhaupt?

Über das Thema Ernährung lässt sich trefflich streiten, das ist auch bei Detox nicht anders. Es ist dabei immer sinnvoll, eine gewisse Portion Skepsis an den Tag zu legen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, gibt es bisher keine stichhaltigen Beweise dafür, dass mit einer Detox-Diät tatsächlich Verbesserungen der Gesundheit einhergehen. Viel mehr sorgen bei einem gesunden Menschen schon alleine die Organe dafür, dass Gifte nach wenigen Stunden abgebaut sind. Trotzdem müssen die ExpertInnen zugeben, dass eine Detox-Kur durchaus mit positiven Eigenschaften verbunden ist. Das liegt laut deren Aussage aber vor allem daran, dass die Menschen sich auf gesunde Lebensmittel konzentrieren und fettige Speisen meiden. Außerdem machen sich die AnwenderInnen von Detox auch ganz allgemein mehr Gedanken um ihr Essenverhalten.

Einige MedizinerInnen sprechen bei Detox auch vom Placebo-Effekt. So gibt es zwar eigentlich keine positiven Effekte, doch allein durch die Erwartungshaltung der AnwenderInnen verbessert sich das Lebensgefühl. Es bleibt also festzuhalten, dass Detox durchaus hilfreich für den eigenen Organismus sein kann. Es handelt sich jedoch auch nicht um ein Wundermittel.

//. Die Detox-Diät

Detox macht auch in Sachen Diät von sich reden. Vor allem als sogenannte „Entschlackungsdiät“. Dabei reduzieren die AnwenderInnen ihre Nahrungszufuhr zum Teil dramatisch und nehmen nur noch Nahrungsmittel zu sich, die der Idee von Detox entsprechen. Das widerspricht dem ursprünglichen Konzept übrigens in weiten Teilen, da bei Detox an sich kein Hungern nötig ist. Allein durch die verringerte Nahrungsaufnahme zeigt sich schon nach kurzer Zeit ein Gewichtsverlust, der jedoch mit Vorsicht zu genießen ist. Denn wie bei ähnlichen Diäten stellt sich bei einer Umstellung auf gewohnte Muster schnell der „Jojo-Effekt“ ein. Wer hingegen seine Ernährung langfristig umstellt und dabei auch Detox einfließen lässt, freut sich über einen länger anhaltenden Erfolg. Es gilt also, es mit Detox nicht ins Extreme zu treiben. Ohnehin sollte jeder für sich selbst die optimale Ernährung finden und sich nicht zu sehr auf andere verlassen, denn schließlich ist jeder Mensch anders.

//. Detox in der Industrie

Wie bei jedem Trend dauerte es auch bei Detox nicht lange, bis HerstellerInnen aller Art diese Methode für sich entdeckten. Heute gibt es daher eine schier unüberschaubare Anzahl an entsprechenden Produkten mit teils aufwendig aufgezogenen Marketing-Kampagnen. Ein sehr bekanntes Beispiel sind die Smoothies von „innocent“. Diese werden zwar nicht direkt mit dem Begriff Detox beworben, auf der Webseite sowie in den Social Media Kanälen ist es jedoch immer wieder ein Thema. Es lässt sich dabei festhalten, dass die Produkte zwar nicht günstig sind, aber dafür natürlich und gesund. Das Gleiche gilt auch für die zahlreichen Smoothies von Bergblut, die sich noch viel mehr auf das Detox-Prinzip berufen. Die Produkte schmecken gut, bestehen ausschließlich aus saisonalen und frischen Inhaltsstoffen und fördern mit einer Vielzahl an Vitaminen die Gesundheit. Für alle, die sich für Detox interessieren, ist das ein guter Einstieg.

Neben diesen positiven Beispielen gibt es aber natürlich auch einige schwarze Schafe. Diese sind jedoch nur schwer zu finden, da die HerstellerInnen sich bei negativer Kritik schnell anpassen. Oft wird einfach nur die Beschriftung geändert, um von negativen Aspekten abzulenken. KonsumentInnen sollten in erster Linie Detox-Produkte mit künstlichen Zusatzstoffen meiden. Diese widersprechen der eigentlichen Idee und können den Körper teilweise sogar noch mit zusätzlichen Giften belasten, statt das Gegenteil zu bewirken. Wie FOCUS online berichtet, sind außerdem auch grüne Smoothies am besten nur in geringen Mengen zu konsumieren. Die darin enthaltenen Blätter und Kräuter sind zum Teil mit Oxalsäure belastet, was Nierensteine begünstigen kann. Ab und an ist eine solche Variante zwar völlig in Ordnung, allerdings sollte sie die Ernährung nicht dominieren.

//. Detox und das Marketing

Marketing ist bei Detox ein sehr wichtiges Thema. Nicht wenige Unternehmen wollen KundInnen mit hübschen Flaschen und knalligen Farben locken, was zum Teil auch hervorragend funktioniert. Der große Vorteil von attraktiven Verpackungen ist dabei, dass die HerstellerInnen ohne Probleme höhere Preise verlangen können. Denn obschon die Produkte sich von günstigeren Vertretern kaum unterscheiden, greifen viele KundInnen gerne zu einem Produkt, von dem sie schon viel gehört haben und das ihnen positiv im Gedächtnis geblieben ist. Etwas ganz Ähnliches lässt sich übrigens auch bei anderen Getränken beobachten. So hätte Red Bull ohne Marketing niemals die vergleichsweise hohen Preise rechtfertigen können. Günstigere Energy Drinks gibt es teilweise für weniger als ein Drittel des Preises.

//. Fazit

Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass der Detox-Trend durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Selbst wenn es die Menschen nur mit geschicktem Marketing zu einer gesünderen Ernährung treibt, ist bereits etwas gewonnen. Wie bei allen anderen Ernährungsarten gilt es nur, es nicht damit zu übertreiben, sondern alles im Rahmen zu halten. Wer möchte, muss sich auch nicht auf die AnbieterInnen von Smoothies verlassen, sondern kann sich die Getränke einfach selbst mischen. Passende Rezepte dafür finden sich in großer Auswahl im Internet.

//. Quellen & interessante Links zum Weiterlesen:

 

Autor

Jürgen Undeutsch

Jürgen Undeutsch, M.A.